Montag, 31. Januar 2022

Der Zeit voraus

 Winterbiken am Gardasee


Kaum Schnee bis ins Hochgebirge, der Wind bläst ständig aus Norden und Skifahren ist bestenfalls auf den Pisten möglich: so stellt sich der Winter hierzulande derzeit dar. Da kam uns bei einem Fläschchen Rum letztes Wochenende die Schnapsidee doch einfach an den Lago zu fahren und die Bikes aus dem Winterschlaf zu wecken.  Schneefreie Berge zeigten die Webcams, Wind und Wetter sollten laut Wetterfröschen an diesem Wochenende auch passen und so genügte ein kurzer Rundruf unter den wintermüden Radlfreunden um eine verrückte Idee ad hoc in einen Selbstversuch zu verwandeln

Herausgekommen sind zwei wunderbare Radltouren im Hinterland von Riva.  Auf neuen Wegen zu bereits bekannten Zielen bei durchaus biketauglichen Temperaturen, und das alles Ende Jänner: wer hätte das gedacht?

Als wahre Herausvorderung stellten sich nicht etwa die winterlichen Bedingungen heraus, sondern die Kombination aus harten Lago-Uphills und noch nicht optimaler "Tretkondi".  Daraus ergab sich zumindest für die Biobiker eine mittlere Plackerei bergwärts, welche aber talwärts durch die Freude am frühen Trailvergnügen beinahe wieder wettgemacht werden konnte.


Bocca di Tovo (1250hm; 32km)


Erstmal unfahrbar steil duch die Olivenhaine nahe Arco hinauf Richtung San Giovanni al Monte, dann auf halber Strecke Abzweig auf lagotypischem losen Untergrund zum Übergang ins Val di Tovo und schliesslich auf von Laubmatten bedeckten Trails auf der anderen Seite des Berges "hinabi". All die im Laub versteckten doppelt unehrlichen Gardasteinchen sorgen für ein ausgesprochen instabiles Fahrgefühl und erfordern ein ständiges Balancieren am Bike um nicht vom rechten Weg gespeckt zu werden.



Arrivati a Riva

Vista Lago

Beinahe overdressed mit Langarmshirt 

Für das Skihäschen ein ungewohntes Intermezzo

Viel Gesprächsstoff während der langen Bergfahrt

Weil Polentabuden alle "serrado".
Picnic wie in alten lockdown-Zeiten

Schneewittchen mit dem neuen weissen Pferd

Sonne satt den ganzen Tag


Maso Naranch (1150hm; 25km)


Nach einem vorzüglichen Abendmahl in einer Osteria im Zentrum von Riva sollte uns am nächsten Tag die zweite Tour auf der anderen Seite vom Hinterland hinauf auf halber Höhe unterm Monte Velo bringen um nach den Stellungen bei der Malga Fiavei zum leider ebenfalls geschlossenen Maso Naranch hinüberzuqueren. Auch diese Kletterei auf "rogler" Unterlage war einen Tick zu heftig für die motorlose Fraktion und so kam die Liegewiese unter den Felsen des Monte Creino gerade Recht um in der warmen Nachmittagssonne dem Sonntag zu frönen und kurz einmal alle Viere gerade zu strecken.


Morgengruss vor der Pension "zur guten Luft"

Nach einer ruhigen Nacht alles unter Kontrolle


Angenehm, noch nicht ganz badetauglich:
der Lago im Jänner



Hoch ober Nago/Torbole

An der kaiserlichen Südfront

Es weht sogar noch die welschtiroler Fahne

Abliegen nach frühsaisonaler Plackerei

Großmannssucht





Ein unerwartet gelungenes Bikewochenende für ungeduldige Frühstarter als Entschädigung für den bisher grausigen Dauerföhnwindwinter in den heimatlichen Gefilden: unverhofft kommt oft; das war erst der Anfang, bald gehts weiter......



Sonntag, 7. November 2021

In der Verlängerung

 Von Knödel, Schlutzer und Dekoltees


Wenn du glaubst nichts geht mehr um diese Jahreszeit, dann ab in den Vinschgau: Auf der Sonnenseite zwischen Mals und Latsch wirst du quasi ganzjährig beste Bikebedingungen vorfinden, wenn dir auch auf dem Weg dorthin viele Zeitgenossen mit den Skiern am Dach den Vogel zeigen, bevor sie in Spondinig links abbiegen und Richtung Sulden entschwinden.

Sonnenschein vorausgesetzt, bleibt die Kälte bloß eine Frage der Garderobe: solange Füße und Hände gut verpackt sind und man Hochgeschwindigkeitsabfahrten auf Asfalt oder Forsthigways meidet und stattdessen auch abwärts am Trail ins Schwitzen kommt ist auch mal ein Minusgrad kein Thema.

Diesen Erfahrungwert durften wir diesmal wieder während unserer 2-tägigen Fahrt auf den Sonnenwegen von Mals bis Latsch genießen. 


Aperitivo frescolino in Mals

Der Sonne entgegen

Nicht nur unsere Gäule 
genießen den verlängerten Ausgang

Die begegnen uns Biker meist freundlich,
Wanderer eher nicht

Die weisse Gefahr schein hier noch weit entfernt

In der Nachsaison genehmigen wir uns auch mal.
ein nicht ganz so legales Wegele

Einfach mal kurz wegschauen,
und schon hat man's übersehen



Schluderns mit der Churburg

Von hinten nicht lesbar

..aber kein Wandersmann weit und breit

Prad und das Stilfserjoch

Schon mal gehört: Gschneir?


 Die Kathedrale von St.Peter

Jausenstation Friedhof

Auf den Kopf gestellt

Nur eine Randerscheinung: Schnee am Weg

Just in time..

im letzten Licht nahe am Etappenziel ober Kortsch


Mals-Churburg-Gschneir-Tanas-Allitz-Schlanders

900hm; 27km


Nachdem am Sonntag spontan Verstärkung angerückt war, stieg die Feierlaune nochmals beträchtlich an, sodaß die Tour zum Ratschillerhof über die Annaburg mit dem grausam steilen Anstieg und der promillenten Abfahrt am MonteSoleTrail benahe zur Nebensache geriet. Stattdessen wurden die voluminösen Knödel aus der schnellen Küche zum Haupthema des langen Nachmittags in der Bauernstube; Schlutzer gabs zwar diesmal keine, würden aber im Allgemeinen auch eine "gute Figur" machen, so oder ähnlich hat es Martin's spitze Zunge jedenfalls formuliert, ohne die wohlverdiente Watschn zu kassieren: Gnade vor Recht für dieses Mal. 

Schloss Annaberg


Ich und die Urlaubsrückkehrer:
direkt aus den Ferien im Süden aufs Bike:
unverbesserlich eben


 Happy-Oma und ihre nagelneue Maschin

Blick in den Mittelvinschgau

Typisch Sonnenberg

Eine besondere Ehre für die Radlgamsn:
Mariele hat uns diesmal nicht versetzt
obwohl's mit den Tourenskiern schon losgegangen wäre


Nur mit Strom ein Späßchen:
die Dauerrampe am Annaberg-Uphill


Ein seltenes Flecklein weisser Riese 



Kurvengeist nach reichlich
Vinschger Rebensaft

Fast schon eine Art Hometrail:
MonteSole-Downer in der Abenddämmerung


Schlanders-Vetzan-Annaberg-RatschillerHof-MonteSoleTrail-Schlanders

850hm; 22km


Sonntag, 31. Oktober 2021

War's das?

 Saisonabschluss? in Hinterpasseier


Das wohl letzte schneefreie Wochenende in den Bergen haben wir noch zu einer Bärigen Tour in den Ötztaler Alpen genutzt. Scout Hermann hatte da einen Tipp für uns: von St.Leonhard über Stuls zu den Stulser Mahdern und hinauf bis zur Hochalm-Hütte. Der Anstieg: steil bis sausteil, aber die Landschaft da oben zwischen Timmelsjoch und Jaufenpass: ein Herbsttraum! 

Das Schutzhaus hatte überraschenderweise sogar noch geöffnet; wir waren ja so dankbar nach der Plackerei und aufkommendem Jochwind eine warme Stube und ein warmes Essen vorzufinden, sogar ein Fläschchen Qualitätswein war noch zu ergattern

Die Abfahrt war dann ein wahrer Hochgenuß: ein Trail der Extraklasse bis hinunter zur Passer, und unser Scout hat doch tatsächlich keine der vielen Abzweigungen verpasst. Einziger Vermutstropfen: es war wohl die letzte große Abroller dieser Saison.

Langer, mühsamer Uphill

Immer samstags

Stüls

 Steil ist geil

Die Mahder mit Blick nach Pfelders

Laut Hüttenwirt nur ein fake

Letzte Steilkurve vor der Hütte

Endlich oben

Die Hochalm auf 2175m

Hier und heute liegt schon ein halber Meter Schnee

Um diese Jahreszeit nur für uns: Toptrail

Gruppenbild mit Dame



Der Trailsommelier

Jedenfalls besser als Homeoffice

Danke Hermann 
für dieses finale furioso

St.Leohhard/Pass.-Stuls-Hochalm-St.Leonhard
1380hm; 25km